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Marken, Models, Modetrends

Die Mode- und Designszene prägt seit fast drei Jahrzehnten das Image der Stadt. Seit in den 70er Jahren die gewagten Kreationen der Mailänder Modedesigner zur Weltspitze avancierten und die Pariser Modeschöpfer hinter sich ließen, sind die Top-Stylisten und Kreativen der Stolz der Mailänder Industrie- und Geschäftswelt.

Der Schweizer Modezeichner Francois Berthoud war von der Poesie Mailands überrascht, als er vor vielen Jahren in die norditalienische Metropole kam, um mit Condé Nast zusammen zu arbeiten. Er beobachtet in Mailand immer mehr Leute, die „chaotisch gekleidet sind, mit Sachen aus den verschiedensten Zeiten und Breitengraden“. Darin zeige sich ein extremer Eklektizismus, wie auch die große Unsicherheit, von der unsere Zeit geprägt ist, sagt Berthoud in einem Interview mit MINIInternational. Wer kreativ arbeite, könne sich nicht hinter den Scheuklappen des „total look“ verstecken.

Godfrey Deeny, Chefredakteur von „Fashion Wire Daily“, macht sich Sorgen um die Zukunft der Modestadt Mailand. Er sehe nicht genug junge Designer. Ansonsten ist der Modejournalist von Mailand überzeugt: Eine Stadt, die die ganze künstlerische Qualität Italiens nimmt und immer neu erfindet. Mailand habe zudem Charakter: Das Wetter sei nicht besonders gut, also habe man beschlossen, sich ganz in der Erschaffung von Schönheit zu verlieren.

Die gebürtige Deutsche Karla Otto, die seit 27 Jahren mit ihrer PR-Agentur in Mailand Erfolgsgeschichte schreibt, schwärmt von der unglaublichen Passion, mit der die Mailänder in der Modebranche arbeiten. „Man kann hier in kürzester Zeit Dinge auf die Beine stellen, das ginge nirgendwo sonst. Und man bekommt es mit einem Lächeln, nicht mit einem Flunsch“, so die PR-Frau zu MINIInternational. Die Wahlmailänderin gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Modebranche. Sie vertritt viele renommierte Marken.

Seit sie Anfang der 80er Jahre in die Mailänder Modebranche einstieg, habe sich die Anzahl der Modenschauen mindestens um den Faktor zwanzig vergrößert. Im Gleichklang sei die Zahl der Zeitschriften und Journalisten gewachsen, die für die Schauen viermal im Jahr nach Mailand jetten.

Doch der bekannte Unternehmensberater Carlo Pambianco sieht den Luxusmarkt in der Krise. Seit dem 11. September, SARS und Irak-Krieg, sowie der Abwertung von Yen und Dollar gegenüber dem Euro seien die Gewinne rapide geschmolzen. Freuen würden sich darüber nur die Kunden mit dem „alten Geld“. Sie werden in den Luxusläden wieder so behandelt wie früher. „Als jeder bei Gucci kaufte, fühlten sie sich wie im falschen Film“, so der Kenner der Modebranche gegenüber MINIInternational.

In Mailand sind auch die Punks Workaholics, heißt es. Mailand wird weiter daran arbeiten gut auszusehen, in welcher Situation auch immer.

Weblinks zum Artikel:

www.jerszyseymour.com

www.pambianco.com

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