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10 Corso Como: schöne Dinge ohne Namen
Wer das Schöne im Alltag liebt, wird sich wohlfühlen im „10 Corso Como“, benannt nach der eigenen Postanschrift. Auf zwei Stockwerken findet man die schönen Dinge des Lebens. Der Innenhof wirkt wie eine Oase der Ruhe im treibenden Mailand.
Eine Kunstgalerie, Boutique für Design und Mode, Bar, ein Restaurant, Salon de Thé, Buchladen, Musikstore lassen viele Besucher hier ganze Tage verbringen. „Es ist einfach eine Ansammlung von vielen Sachen, die ich mag und die ich bekannt machen und anderen mitteilen will“, sagt die Gründerin der Trend-Adresse Carla Sozzani im Interview mit Anne Urbauer für MINIInternational.

1990 eröffnet sie die Kunstgalerie „Carla Sozzani“. Ihr Konzept sprach Mailänder und Touristen an. Die Geschäftsleiterin, die früher für die italienische „Vogue“ und für „Elle“ arbeitete, will nur verkaufen, was ihr persönlich gefällt.
„Wenn man Dinge nur deshalb anbietet, weil sie populär sind und viel Umsatz bringen, ist das nicht mein Stil.“ Sie werde nie besessen davon sein, was gerade in ist. Ihre Philosophie: Man soll nicht immer dem Neuen nachjagen, sonst versaue man sich das ganze Leben.
In Mailand spürt Carla Sozzani eine Hetze und Eile. Dem setzt sie etwas entgegen mit ihren Läden: Um Mailand zu verstehen, müsse man die Stadt kennen. Erst dann könne man die sehr gute Lebensqualität genießen.
Im „10 Corso Como“ sucht man indes vergeblich nach den großen Designnamen. Nicht die Top-Stylisten oder Modeschöpfer sind vertreten. Hier ist Noname-Design aus aller Welt zusammen getragen.
Carla Sozzani hat mittlerweile ihr eigenes Eau de Parfum entwickelt. Sie nennt es wie sollte es anders auch heißen: 10 Corso Como. Das Flaschendesign bezieht sich auf eine Parfumflasche aus den 30er Jahren, die sie auf einem Flohmarkt fand.
In Tokio hat sie nun mit Rei Kawakubo ein neues „Corso Como“ eröffnet, ein Geschäft, das ganz auf Mode eingerichtet ist.
Angesagt ist indes nicht allein die Hausnummer 10 des Corso Como. Die gesamte Straße hat eine magnetische Wirkung auf Mailands Szenegänger und Gäste. Ab 21 Uhr bleibt der Verkehr ausgesperrt.
Das Leben pulsiert in der Straße ohne Motorgeräusche. In Galerien, Bars oder Restaurants mit Livemusik und nicht nur Szene-Publikum zeigt hier Mailand, was auf der Höhe der Zeit ist oder jedenfalls sein soll.
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