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Stadtentwicklung:
Randbereiche holen auf
Das Zentrum Mailands hat in den letzten Jahren immer mehr an Anziehungskraft verloren. Der zentrale Stadtbereich gehört mehr und mehr den Touristen, die sich dort vorwiegend zum Luxusshopping aufhalten. Verborgene Stadtteile überraschen indessen mit sprudelnder Lebendigkeit; vergessene Randbereiche erleben ihre Wiedergeburt.
Mailand entwickelt sich zu einer Vielzahl autonomer Viertel. Straßenzüge und Bezirke, die eben noch unscheinbar ein tristes Dasein führten, erwachen zu neuem Leben und werden zu Trendadressen. Einer dieser neu erwachten Stadtteile ist Bovisa. Seit Teile der Universität dorthin verlagert und das Teatro degli Arcimboldi eröffnet wurde, hat sich das Straßenbild völlig verändert.
In anderen Teilen wurden ehemalige Fabrikhallen in Ausstellungsräume oder Galerien umgewandelt, etwa in dem Karree zwischen Via Savona, Via Bergognone, Via Stendhal und Via Tortona. Selbst das ehedem verrufene Viertel Isola hat plötzlich eine neue Anziehungskraft entwickelt: kleine Läden und Restaurants, Ateliers und Kunstgalerien eröffnen und die Straßen sind zu einem begehrten Wohngebiet aufgestiegen.
Das elegante Stadtzentrum leidet an den vielen Reglementierungen und Auflagen. Kreative Architekten realisieren ihre Visionen vor allem in Außenbezirken und Randbereichen. Auch diese Tatsachen tragen zur Gewichtsverlagerung vom Zentrum in die umliegenden Bezirke bei.
„Mode und Design, die beiden vitalen Lebensadern für die Kreativität der Stadt, waren die Vorreiter der Dezentralisierung der Bedarf an außergewöhnlichen Orten für Modenschauen oder Ausstellungen trieb die Suche nach Extravagantem vehement voran“, erklärt Carlo Ducci, Features-Chefredakteur bei der italienischen „Vogue“ und bei „Casa Vogue“ das für Mailand relativ neue Phänomen der Revitalisierung ganzer Stadtbezirke. Werkstätten, kleinere wie größere Fabriketagen oder alte Garagen seien entdeckt und umgestaltet worden, so dass diese Gegenden nun rund um die Uhr voller Leben sind und als große Bühne für Performances und Partys dienen.
In den ehemals abgelegenen Teilen Mailands stößt man heute auf dezentrale, autonome und hochinteressante Lebenswelten junger Leute. „Auch die Gurus der Kreativität haben das längst bemerkt und frequentieren Restaurants, Clubs und Theater, die bis vor ein paar Jahren garantiert nicht in ihren Adressbüchern standen“, weiß der Mailänder Journalist.
(copyright: www.mailand.de)
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