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Die Mailänder
Wer sich an regnerischen Tagen auf die Bahnsteige oder in die Waggons der Mailänder U-Bahn begibt, erkennt nichts von der Süße des Lebens, nichts vom südländischen Dolce Vita, kein Dolcefaniente, keine italienische Lebensfreude oder südliche Herz-lichkeit.
Er schaut in trübe Gesichter mit her-abgezogenen Mundwinkeln, die vor sich hin oder in eine Zeitung starren. Sich auf Anhieb in diese Wirtschafts-metropole zu verlieben, dass ist wohl eher eine Seltenheit.
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Ohne Weiteres erschließt die Stadt sich nicht, nimmt den Gast, den Fremden nicht spontan ans Herz.
Die Mailänder sind pünktlich, stolz auf ihre Strebsamkeit. Mailand gehört zu den Weltstädten, wo die Zeit sich aufgelöst hat zwischen Karriere-streben und der ständigen Beschleu-nigung des Alltags. Zeit ist in der norditalienischen Metropole zur Mangelware geworden.
Mailand wetteifert mit Paris um den ersten Rang als Modestadt der Welt. Die Millionen-Metropole gilt als Design-Zentrum und als Italiens Medien-hauptstadt.
Mailand ist gleichzeitig größte Industriestadt Italiens, hier wird das Geld verdient und an der stärksten Börse Italiens dem Risiko ausgesetzt.
In Mailand wird Karriere gemacht, aber nicht nur als Mann. In keiner anderen italienischen Stadt begegnet man so vielen Frauen mit Bürotaschen.
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