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Galleria Vittorio Emanuele II:
Konsum in Marmor
Den Platz vor dem Mailänder Dom und den Platz vor der Oper Scala verbindet seit bald 150 Jahren die Galleria Vittorio Emanuele II. Eröffnet wurde die noch heute als schönste überdachte Einkaufspassage Italiens geltende Galleria 1867.
Mit der Galleria sollte der damals jungen nationalen Einheit Italiens ein monumentaler Ausdruck verliehen werden. Mailand widmete das imposante Bauwerk denn auch dem König Vittorio Emanuele II, der Italien geeint hatte.
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| copyright: www.mailand.de |
Bei der Planung des bombastischen Bauwerks schielten die Mailänder Bürger wohl auch nach Rom zum Petersdom, so dass die Innenmaße der Kuppel nicht geringer ausgefallen sind als im Petersdom.
Die Passage wird aus zwei Armen gebildet, der eine fast 200, der andere über 100 Meter lang. Die beiden 14 Meter breiten Straßen werden von Gewölben aus Stahl und Glas überdeckt. Wo sie sich kreuzen wölbt sich die Glaskuppel in 47 Meter Höhe.
Der Architekt Guiseppe Mengoni konnte sein Werk nicht mehr nach der Vollendung sehen. Er kam auf tragische Weise bei den letzten Arbeiten an der Galleria ums Leben: Er stürzte vom Baugerüst.
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Bis heute ist die Galleria eine elegante Passage mit Geschäften, Buchläden, Cafés und dem berühmten Restaurant Savini. Die Geschäftsleute in der Galleria bauen auf wohlhabende, vor allem ausländische Kunden, die bereit sind, Phantasiepreise zu zahlen. Der unablässige Touristenstrom lässt die Geschäfte unter diesen Bedingungen florieren.
Wer den Marmorboden anschaut, sieht die Wappen vier italienischer Städte, darunter auch der Stier Turins. Bis heute hat sich unter den Männern ein Brauch erhalten. Mancher Tourist, der seinen Reiseführer noch nicht ausgiebig studiert hat, wundert sich über das eigenartige Verhalten der männlichen Passanten. Wer dem Marmorstier im Mosaik des Fußbodens auf den Phallus tritt, der kann auf eine Steigerung seiner Potenz hoffen.
Am Ausgang der Galleria zum Domplatz hin findet sich die weltberühmte Bar „Camparino“. Vor über 100 Jahren erfand Davide Campari hier den Drink, dem er seinen Namen gab. Zunächst brannte er den Campari im Keller des Hauses. Doch bald wuchs sein Geschäft zu einem riesigen Industriebetrieb. Verdi und Puccini waren Stammgäste in der Bar. Heute trinkt man hier neben einem Campari auch zucca, einen Rhabarberlikör, zu dem Salzgebäck und Oliven serviert werden.
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